Metaconid-Talonid-Komplex

 

Das Zahnsystem der katzenartigen Raubtiere ist nach Anzahl der Zähne wie auch im Bezug auf einige Besonderheiten ihrer Konstruktion ein innerhalb der Ordnung extrem spezialisiertes System.

Die geografischen Unterschiede in den morpho - metrischen Daten der Luchsschädel sowie aber auch seiner Gesamtanatomie erfahren besondere Merkmale. Beachtung findet auch der Aufbau des Zahnsystems. Auffällig ist der Metaconid - Talonid - Komplex des M1 im Unterkiefer, dessen Veränderung mit der Evolution des Luchses zu sehen sein könnte.

 

           Linker Unterkieferast eines L.lynx carpathicus, Ökotyp Waldluchs male, < Jahre, Talonid am unteren Rand

           des M1 mit deutlich erkennbarem Metaconid, spitzer Höcker

 

 

           Deutlich erkennbarer Metaconid -Talonid – Komplex am linken Unterkieferast (M1) eines Ökotyps

           Waldluchs (L.l. carpathicus) male ca. 2 Jahre alt.

 

 

Nordöstlicher im Baikal - und Amurgebiet und besonders in Jakutien, ferner in den Mittel - und Zentral- asiatischen Populationen, schwanken die metaconidlosen Exemplare zwischen 50% - 75%.

 

           M1, mit fehlendem Metaconid, L.lynx kozlovi, male, Alter unbekannt

           Stark abgenutzter M1 mit fehlendem Metaconid, L.lynx wrangeli, male, 14 Jahre alt

          Linker Unterkieferast Lynx l. canadensis female ca. 2 Jahre alt

 

Bei Exemplaren aus den Karpaten und dem Kaukasus ist ein zusätzlicher zweiter oberer Prämolar auffällig.

Luchs, Asiatische u. Afrikanische Goldkatze, Karakal und Manul weisen 28 Zähne im bleibenden Gebiss auf:

 

Oberkiefer: 3I, 1C, 2P, 1M                                                             Milchgebiss Oberkiefer: 3i, 1c, 1p, 1m

 

Unterkiefer: 3I, 1C., 2P, 1M                                                                               Unterkiefer: 3i, 1c, 2p

 

 

Russische Autoren (z.B. Matjuschkin) dokumentieren, dass die Merkmale sich in unterschiedlicher Weise beim eurasischen Luchs feststellen lassen. Von den Karpaten bis zum Westsibirischen Tiefland weisen die Luchse einen gut erkennbaren Metaconid auf.

Hier wäre eine mögliche Scheide zwischen der europäischen und ostasiatischen Population vorstellbar.

 

Dieses Merkmal könnten bei der Bestimmung bzw. Zuordnung zu einer möglichen Unterart/Ökotyp Beachtung finden. Dies könnte aber auch mit dazu beitragen, die Auswahl der Exemplare, die in einem Wiedereinbürgerungsvorhaben Verwendung finden, dem einst heimischen Ökotyp wenigsten ein bisschen näher zu kommen und die zur Verfügung stehenden Exemplare gezielter auszuwählen.

 

Auffällig besonders beim Ökotyp Waldluchs aus den Karpaten und Kaukasus ist das einseitige oder beidseitiges Vorhandensein eines oder mehrere P1 im Ober- bzw. Unterkiefer.

            Oberkiefer Waldluchs mit beidseitigem P1

 

           Unterkiefer Waldluchs mit P1 am linken Unterkieferast.

           Oberkiefer Milchgebiss Waldluchstyp beidseitig P1.